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21. Brauchtumsveranstaltung am 22. und 23. August 2009

Gelungene Veranstaltung bei Kaiserwetter auf dem Baiersröderhof

Am vergangenen Wochenende fand die 21. Brauchtumsveranstaltung der Interessengemeinschaft Historische Landmaschinen Wetterau / Main-Kinzig e.V., kurz IGHL, statt.

 Nach monatelangen Vorbereitungen wurde den IGHLern und ihren Gästen Kaiserwetter und ein reibungsloser Veranstaltungsverlauf beschert. Über 600 Aussteller und Akteure und mehr als 10.000 Besucher an beiden Tagen bestätigten einmal mehr die regionale Einzigartigkeit dieses Events.

Den Besuchern wurde die Mechanisierung der Landwirtschaft in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg aber auch der Hightecheinsatz in der Neuzeit eindrucksvoll präsentiert. An allen Ecken und Enden tuckerten Maschinen und es wurde gesägt, gehämmert oder sogar geschmiedet.

Die IGHLer freuten sich besonders über den starken Andrang von Familien mit Kindern. Diese nutzten das spezielle Angebot für Kinder vom Strohspielplatz über den Streichelzoo oder das Mitfahren mit einer Miniaturdampfmaschine bis zum Basteln unter fachlicher Anleitung. Hunderte von Besuchern ließen sich auf Ackerwagen gezogen von Oldtimertraktoren um das weiträumigeAreal der Hessischen Staatsdomäne fahren. Mehr als 500 Oldtimertraktoren, sortiert nach Herstellern wie Lanz, Hanomag, MAN, Deutz, Fendt usw. bis zum Unimog, wurden in 12 Reihen halbkreisförmig aufgestellt und von ihren Besitzern liebevoll vorgeführt. Die handwerklichen Leistungen aus vergangenen Tagen wurden an verschiedenen Schauplätzen zeitgleich präsentiert. Dies reichte vom Korbflechten bis zum Schmied und dem Aufziehen des geschmiedeten Eisenbeschlages auf Holzräder. Besucher durften auch selbst Hand anlegen, so beispielsweise beim Betrieb einer Weckmehlmühle, die mit alten Brötchen gespeist wurde.

Auch die Arbeit mit Tieren wurde beim Pflügen mit Pferden, dem Schafescheren oder dem Hüten von Schafen mit Border Collies hautnah veranschaulicht. Die Ständemeile wurde gegenüber den Vorjahren weiter ausgebaut. So konnten wieder Modellbauer ihre Modelle landwirtschaftlicher Ernte- und Verarbeitungsmaschinen vorführen. „Jäger und Sammler“ konnten sich an den Teile- und Werkzeugständen mit allerlei nützlichen Dingen versorgen. Das kulinarische Angebot war aufgrund der Vielzahl der Essensstände nahezu unerschöpflich. Kartoffeln mit Quark, Schmandflecken aus dem Ofen, Handkäsbrot, geräucherte Forellen und das umfassende Angebot örtlicher Landmetzger und Bauern, ließen keine Wünsche offen. Besonders gut angenommen wurde der große Apfelweingarten des Cantemuschors aus Ostheim. Im Schatten der Bäume konnten die Bembel geordert und geleert werden. Rund um den Teich auf dem Areal der Domäne wurden Stationärmotoren im Einsatz zum Betrieb von Wasserpumpen, Stromerzeugern oder Schleifmaschinen vorgeführt und von ihren Eigentümern erläutert. Viele Besitzer nicht landwirtschaftlicher Oldtimer nutzten die Veranstaltung um im Innenhof der Domäne ihren Schatz auszustellen. So trafen sich dort mehr als 100 Oldtimer Pkw und Motorräder aus allen Epochen. Am Sonntagmittag huldigte die Politprominenz den Besuchern und Veranstaltern.

Allen voran der Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe. Auch der hessische Bauernverband war mit seinem Präsidenten Friedhelm Schneider präsent. Alle richteten Grußworte an die Besucher und beglückwünschten die IGHLer und die Domänenpächter zu der gelungenen Veranstaltung. Gleichzeitig wiesen sie auf die aktuelle Situation in der Landwirtschaft und insbesondere bei den Milchbauern hin. Herr Georg Scheuerle von der Staatsdomäne versicherte den IGHLern, dass er auch in Zukunft sein Areal für die Veranstaltung gerne zur Verfügung stellt. Der Vereinsvorsitzende und ehemalige Landwirt Georg Brodt erinnerte an die Folgen der Mechanisierung in der Landwirtschaft in den fünfziger Jahren. Ein umfangreiches Tanz- und Musikprogramm umrahmte die Brauchtumsveranstaltung an beiden Tagen.

Volkstanzgruppen und Blasorchester sorgten für ein zünftiges Ambiente und eine ansprechende Untermalung. Der Samstagabend bot den Gästen ein besonderes Highlight. Vier Vollblutmusiker um den Gitarristen und Songschreiber Mark Patrick, die in dieser Konstellation noch nie zusammen gespielt haben, boten ein beeindruckendes Musikprogramm in einer von den Gästen bestaunten Perfektion. Wer am Samstagabend über das ca. 5ha große Ausstellungsgelände schlenderte, dem bot sich ein anmutendes Lagerfeuerambiente. Aussteller, Sammler, Händler und ebenso von fern angereiste Vereine und Clubs übernachteten in den bereitgestellten Camps und führten ihre „Benzingespräche“. Um der gewachsenen Größe der Veranstaltung Rechnung zu tragen wurde erstmals die Verbindungsstraße zwischen Ostheim und Marköbel für den Durchgangsverkehr gesperrt. So konnten die anreisenden Aussteller und Besucher ungehindert das Ausstellungsgelände anfahren. Ganze Gruppen aus dem Odenwald, dem Taunus, dem Westerwald und weiter kamen mit ihren Oldtimertraktoren und Anhängern auf eigener Achse angefahren. Von den ersten Anreisenden am Donnerstag bis zu den letzten Abreisenden am späten Sonntagabend konnten die Nidderauer und Hammersbacher Bürger das Tuckern der Traktoren vernehmen. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung nach dem Geschmack der IGHLer und ihrer Gäste.

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